Die vorhandene Dimensionierungsseite behandelt bereits Skalierbarkeit und weist ausdrücklich darauf hin, dass bei Switchports und vergleichbaren Ressourcen Reserve eingeplant werden sollte. Auch die Seite zu Datenübertragungsnetzen nennt zusätzliche Port-, PoE- und Rackkapazitäten als Elemente einer zukunftssicheren Infrastruktur.
Nach der Inbetriebnahme entsteht jedoch eine neue Aufgabe: Diese Reserve muss aktiv überwacht werden.
IT-Kapazitäten und Reserven vorausschauend steuern
Kapazitätsmanagement der physischen IT-Infrastruktur umfasst beispielsweise:
Switchports,
Glasfaserreserven,
Patchpanelfläche,
Rack Units,
Rack-Stellflächen,
Stromkreise,
USV-Leistung,
PoE-Budget,
Kühlleistung,
WLAN-Kapazität,
Uplink-Bandbreite.
Ein Gebäude kann ausreichend Datenbandbreite besitzen und trotzdem keine neuen Access Points anschließen können, weil Switchports oder PoE-Leistung fehlen.
Für jede relevante Ressource sollten mindestens bekannt sein:
installierte Kapazität,
belegte Kapazität,
technisch nutzbare Restkapazität,
strategische Reserve.
Die letzte Größe ist besonders wichtig.
Nicht jede technisch freie Ressource sollte sofort verplant werden.
Schwellenwerte definieren
Eine einfache Ampellogik kann helfen.
Beispielsweise:
Grün: ausreichende Reserve.
Gelb: Erweiterungsplanung erforderlich.
Rot: zusätzlicher Bedarf kann kurzfristig nicht zuverlässig gedeckt werden.
Die konkreten Schwellen müssen zur Organisation und zur Beschaffungszeit passen.
Ein Core-Switch mit langen Liefer- und Projektierungszeiten benötigt früheren Planungsvorlauf als ein Standard-Patchkabel.
Rackkapazität realistisch bewerten
Ein Rack mit zwei freien Höheneinheiten ist nicht automatisch erweiterbar.
Zu berücksichtigen sind auch:
elektrische Leistung,
Wärmeabfuhr,
Gewichtsgrenze,
Patchführung,
Redundanz,
Servicezugang.
Kapazität ist deshalb immer mehrdimensional.
PoE als eigene Ressource führen
Power over Ethernet gewinnt durch Access Points, Kameras, Sensorik, Telefone und Gebäudegeräte an Bedeutung.
Dabei müssen sowohl:
verfügbare Switchports als auch
elektrisches PoE-Budget
betrachtet werden.
Ein freier Port kann technisch vorhanden, aber für ein leistungsintensives PoE-Gerät nicht mehr nutzbar sein.
Forecast aus Projekten ableiten
Kapazitätsmanagement darf nicht nur Ist-Werte betrachten.
Aus:
Umbauprojekten,
Arbeitsplatzplanung,
Sicherheitsprojekten,
IoT-Rollouts,
Gebäudeautomation
entsteht zukünftiger Bedarf.
Diese Projektpipeline sollte frühzeitig gegen vorhandene IT-Kapazitäten geprüft werden.
Reserven gegen unbeabsichtigte Nutzung schützen
Eine strategische Reserve für eine geplante Gebäudeerweiterung sollte nicht schrittweise für kurzfristige Einzelbedarfe verbraucht werden.
Wo nötig, können Kapazitäten organisatorisch reserviert werden.
Ausbau in sinnvollen Stufen planen
Zu große Reserven verursachen unnötige Kosten und technologische Alterung.
Zu geringe Reserven führen zu häufigen Nachrüstungen.