Wissen, welche digitale Infrastruktur tatsächlich betrieben wird
IT- und OT-Infrastrukturen in Gebäuden wachsen kontinuierlich. Neben Switches und Firewalls gehören inzwischen beispielsweise Gebäudeautomationscontroller, Gateways, Kameras, Zutrittscontroller, IoT-Sensorik, Digital-Signage-Systeme und weitere netzfähige Komponenten zum technischen Bestand. Die vorhandene IT-/OT-Seite zeigt bereits, wie breit diese Vernetzung im modernen Gebäude und insbesondere an industriellen Standorten geworden ist.
Ohne ein verlässliches Asset- und Konfigurationsregister kann die Organisation jedoch weder Betrieb noch Sicherheit systematisch steuern.
IT-/OT-Bestand transparent und kontrolliert steuern
Asset und Configuration Item unterscheiden
Ein Asset besitzt zunächst eine wirtschaftliche beziehungsweise technische Identität.
Beispiele:
Switch,
Firewall,
Access Point,
Server,
Gateway,
Controller.
Ein Configuration Item beschreibt zusätzlich seine Rolle innerhalb der Gesamtarchitektur.
Dazu können gehören:
Firmwarestand,
IP-Adresse,
Standort,
VLAN,
Abhängigkeiten,
Backup-Konfiguration,
Servicezuordnung.
Damit beantwortet ein Konfigurationsregister nicht nur was vorhanden ist, sondern auch wie es aktuell eingesetzt wird.
Mindestdatensatz definieren
Nicht jedes Gerät benötigt hundert Datenfelder.
Für aktive Infrastruktur können beispielsweise sinnvoll sein:
Der Datensatz sollte sich aus realen Betriebsprozessen ableiten.
IT- und FM-Systeme sinnvoll abgrenzen
Ein CAFM-System kann beispielsweise Raum, Rack, Stromversorgung und physische Komponenten verwalten.
Eine IT-CMDB kann stärker auf:
Services,
Konfiguration,
Abhängigkeiten,
Softwarestände
Es ist nicht zwingend sinnvoll, sämtliche Informationen doppelt zu speichern.
Stattdessen sollte definiert werden:
Welches System ist für welches Datenobjekt führend?
OT-Komponenten ausdrücklich einbeziehen
Gerade gebäudetechnische Netzkomponenten werden häufig von klassischen IT-Inventaren nur teilweise erfasst.
Dazu können gehören:
BACnet-Router,
Automationsstationen,
Modbus-Gateways,
Gebäudecontroller,
Videoencoder,
Zutrittscontroller,
IoT-Gateways.
Die vorhandene IT-/OT-Seite zeigt bereits zahlreiche solcher digitalen Gebäudekomponenten.
Ihre Lebenszyklen unterscheiden sich häufig erheblich von klassischer Büro-IT.
Beziehungen dokumentieren
Besonders wertvoll wird das Register, wenn Abhängigkeiten erkennbar sind.
Beispiel:
Access-Switch 3
→ versorgt Access Points Etage 2
→ versorgt Zutrittscontroller
→ hängt an USV 2
→ Uplink zu Distribution Switch A.
Bei einer Störung kann dadurch schneller eingeschätzt werden, welche Funktionen betroffen sein könnten.
Für jedes relevante Asset sollte bekannt sein:
Gerade bei IT-/OT-Systemen sind diese Rollen häufig auf FM, IT und Lieferanten verteilt.
Änderungen nur kontrolliert übernehmen
Ein Assetregister verliert sehr schnell seinen Wert, wenn neue Geräte erst Monate nach Installation eingetragen werden.
Deshalb sollte gelten:
Kein produktiver Betrieb ohne registriertes Asset.
Gleiches gilt für Austausch und Stilllegung.
Grundlage für Sicherheit und Lebenszyklus
Grundlage für Sicherheit und Lebenszyklus
ISO/IEC 27001 beschreibt ein Managementsystem zur systematischen Steuerung von Informationssicherheitsrisiken; dafür müssen Organisationen ihre relevanten Informationswerte und deren Kontext beherrschbar machen.
Ein gepflegtes IT-/OT-Assetregister unterstützt unter anderem:
Patchmanagement,
Schwachstellenbewertung,
Ersatzplanung,
Störungsanalyse,
Auditierung,
Budgetplanung.
Vom Gerätekatalog zum digitalen Betriebsmodell
Die zentrale Frage lautet nicht nur:
„Welche Geräte besitzen wir?“
Sondern:
„Wo befinden sie sich, welche Konfiguration besitzen sie, welche Funktionen hängen von ihnen ab, wer verantwortet sie und wann müssen sie ersetzt werden?“
Damit wird das Asset- und Konfigurationsregister zu einer zentralen Grundlage des digitalen Gebäudebetriebs.