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Ersatzgeräte- und Critical-Spare-Management

Facility Management: IT-Infrastruktur » IT-Netzwerk » Ersatzgeräte- und Critical-Spares

Ersatzbereitschaft nach Ausfallwirkung statt nach Gerätestückzahl planen

Ein defekter Access Point kann häufig kurzfristig ersetzt werden. Der Ausfall eines zentralen Core-Switches, einer Firewall oder eines speziellen OT-Gateways kann dagegen erhebliche Gebäudefunktionen oder Geschäftsprozesse beeinträchtigen.

Die bestehende Risiko- und Geschäftsimpactanalyse nennt Ersatzteile vor Ort bereits ausdrücklich als mögliche Maßnahme zur Beherrschung von Hardwareausfällen. Eine eigenständige Ersatzgerätestrategie fehlt jedoch.

Kritische Ersatzgeräte gezielt verfügbar halten

Kritikalität zuerst bestimmen

Nicht jede Komponente benötigt ein identisches Ersatzteil im Lager.

Zu bewerten sind:

  • Ausfallwirkung,

  • vorhandene Redundanz,

  • Lieferzeit,

  • Wiederherstellungszeit,

  • Konfigurationsaufwand,

  • Ersatzmöglichkeiten.

Daraus kann eine Ersatzteilklasse abgeleitet werden.

Beispielsweise:

  • Klasse A: sofort verfügbares Ersatzgerät erforderlich.

  • Klasse B: kurzfristige Liefer- oder Rahmenvertragslösung ausreichend.

  • Klasse C: reguläre Wiederbeschaffung möglich.

Redundanz und Spare nicht verwechseln

Ein redundant ausgelegter Core kann den Ausfall einer Komponente zunächst abfangen.

Trotzdem kann ein Ersatzgerät notwendig sein, weil während des Defekts kein weiterer Ausfall toleriert werden kann.

Redundanz sichert den Betrieb während des ersten Fehlers.

Critical Spares sichern die schnelle Wiederherstellung der Redundanz.

Beides gehört zusammen.

Ein Ersatzgerät im Lager besitzt nur begrenzten Wert, wenn:

  • falsche Firmware installiert ist,

  • notwendige Lizenz fehlt,

  • Konfigurationsbackup nicht verfügbar ist,

  • passende Netzteile fehlen.

Critical-Spare-Management muss deshalb Hardware und Konfigurationsfähigkeit gemeinsam betrachten.

Standardisierung reduziert Lagerbedarf

Wenn zehn unterschiedliche Switchmodelle eingesetzt werden, kann für jedes ein eigenes Ersatzkonzept notwendig werden.

Technische Standardisierung ermöglicht dagegen, dass ein Ersatzgerät mehrere Einsatzmöglichkeiten abdeckt.

Das reduziert:

  • Lagerkosten,

  • Schulungsaufwand,

  • Beschaffungsrisiko.

Ersatzgeräte regelmäßig überprüfen

Ein Gerät kann jahrelang im Lager liegen und im Ernstfall nicht mehr einsatzbereit sein.

Deshalb sollten Critical Spares regelmäßig geprüft werden hinsichtlich:

  • Vollständigkeit,

  • Firmware,

  • Batterie beziehungsweise interne Komponenten,

  • Lizenzstatus,

  • Kompatibilität,

  • Supportstatus.

Lagerort bewusst bestimmen

Ein Ersatzgerät sollte dort verfügbar sein, wo es innerhalb der benötigten Wiederherstellungszeit eingesetzt werden kann.

Bei mehreren Standorten sind unterschiedliche Modelle möglich:

  • lokales Ersatzlager,

  • regionaler Pool,

  • zentraler Bestand,

  • garantierter Dienstleisterbestand.

Die richtige Lösung hängt von Kritikalität und Logistikzeit ab.

Hersteller- und Dienstleisterverträge berücksichtigen

Nicht immer ist eigenes Lager wirtschaftlich.

Serviceverträge können beispielsweise definierte Austauschzeiten vorsehen.

Entscheidend ist jedoch, ob die zugesagte Zeit zur tatsächlich erforderlichen Wiederherstellungszeit passt.

Obsoleszenz gemeinsam steuern

Auch Ersatzgeräte altern.

Wird eine Netzwerkplattform ersetzt, können vorhandene Spares ihren Nutzen verlieren.

Lifecycle- und Ersatzteilmanagement sollten deshalb gemeinsam geführt werden.

Nach Einsatz eines Spares sollte unmittelbar geklärt werden:

  • Bestand wieder auffüllen,

  • defektes Gerät reparieren oder entsorgen,

  • Assetregister aktualisieren,

  • Ursachenanalyse durchführen.

Damit bleibt die Bereitschaft nach dem ersten Vorfall erhalten.

Ausfallzeit aktiv begrenzen

Critical-Spare-Management beantwortet:

Bei welchem Hardwareausfall wäre eine normale Wiederbeschaffung zu langsam – und welche technische Ersatzfähigkeit benötigen wir deshalb bereits vor dem Störfall?

Damit wird Ersatzteilhaltung zu einem gezielten Bestandteil der Business Continuity statt zu einem zufälligen Hardwarelager.