IT-Infrastrukturverbände im Überblick
Facility Management: IT-Infrastruktur » Strategie » Glossar » Verbände
Verbände für IT-Infrastruktur im FM
IT-Infrastruktur ist heute ein zentrales Thema im Facility Management, da Gebäude und Liegenschaften immer stärker digitalisiert und vernetzt werden. Eine zuverlässige IT-Versorgung – von Netzwerkverkabelung über Rechenzentren bis zu intelligenten Gebäudeleitsystemen – bildet die Grundlage für effiziente Abläufe und smarte Gebäude. Dabei stehen Facility-Management-(FM)-Abteilungen vor der Herausforderung, mit raschem technischen Fortschritt, komplexen Standards und steigenden Sicherheitsanforderungen Schritt zu halten. Fachverbände spielen hier eine entscheidende Rolle: Sie bündeln Know-how, entwickeln praxisnahe Richtlinien und bieten FM-Verantwortlichen Weiterbildung sowie ein Netzwerk, um sich über Best Practices der IT-Infrastruktur im Gebäudebetrieb auszutauschen.
German Datacenter Association e.V. (GDA)
- Datacenter
- Innovatives
- Internetwirtschaft
- Bitkom
- Bundesverband
- Deutschland
- CAFM
- BACnet
- KNX
- Sicherheitstechnik
Datacenter Association e.V. (GDA)
Zweck des Verbands: Die 2018 gegründete German Datacenter Association e.V. – auch Deutscher Rechenzentrumsverband – ist ein Branchenverband für Betreiber und Eigentümer von Rechenzentren in Deutschland. Ziel der GDA ist es, die Rahmenbedingungen für den Betrieb von Rechenzentren nachhaltig zu verbessern und Deutschland als Rechenzentrumsstandort zu stärken. Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder in politischen und normativen Gremien, entwickelt zusammen mit ihnen Standards und Normen für Planung und Betrieb von Rechenzentren und initiiert Studien sowie Forschungsvorhaben rund um digitale Infrastrukturen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Steigerung der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit von Rechenzentren, um den steigenden Anforderungen an umweltfreundliche IT-Infrastruktur gerecht zu werden. Insgesamt hat die GDA über 220 Mitglieder (Stand 2025), darunter die größten Rechenzentrumsbetreiber des Landes, und hat sich als wichtige Lobbyvertretung der Rechenzentrumsbranche etabliert.
Relevanz für IT-Infrastruktur im FM: – Setzt sich für betriebssichere und effiziente Rechenzentrums-Infrastrukturen ein, wovon FM-Abteilungen bei Planung und Betrieb eigener Serverräume und Data Center direkt profitieren (z.B. durch etablierte Standards und zuverlässige Versorgungsnetze).
Unterstützung für FM-Abteilungen:
Entwickelt Leitfäden, Standards und Best Practices für den Rechenzentrumsbetrieb (u.a. zur Umsetzung der Norm EN 50600 für RZ-Bau), die FM-Verantwortlichen als Orientierung für eigene IT-Räume dienen.
Bietet branchenspezifische Veranstaltungen und Netzwerktreffen (etwa Tag der offenen Rechenzentren oder Fachkongresse) zum Austausch über neue Technologien, Klimatisierung, Ausfallsicherheit etc., wodurch FM-Manager von Erfahrungen anderer RZ-Betreiber lernen.
Vertritt die Interessen von RZ-Betreibern gegenüber Politik und Regulierung, z.B. bei Stromkosten, Flächenausbau oder Digitalstrategien. Dadurch fließen Anliegen aus dem FM (etwa Bedarf an zuverlässiger Energieversorgung für kritische IT) in Gesetzgebungsprozesse ein, was langfristig bessere Rahmenbedingungen schafft.
Offizieller Weblink: germandatacenters.com – German Datacenter Association
Verband Innovatives Rechenzentrum e.V. (VIRZ)
Zweck des Verbands: Der Verband Innovatives Rechenzentrum e.V. fördert den konstruktiven Erfahrungsaustausch zwischen allen Akteuren der Rechenzentrumsbranche – von Planern und Errichtern über Hersteller bis zu Betreibern. Im Mittelpunkt steht der Aufbau eines angesehenen Experten-Netzwerks, das innovative RZ-Lösungen entwickelt und regelmäßig über den aktuellen Stand von Normen und Standards im Rechenzentrumsumfeld berichtet. Der VIRZ, dem Visionäre und Fachexperten aus dem Bereich Datacenter angehören, vertritt die Werte Kompetenz, Innovation, Transparenz und Kooperation innerhalb der Branche. Unabhängigkeit und ein hoher Qualitätsanspruch prägen die Verbandsarbeit – so werden z.B. nur Mitglieder mit exzellenter Reputation aufgenommen, um einen nachhaltigen Nutzen für das Netzwerk sicherzustellen. Insgesamt trägt der VIRZ dazu bei, durch “konstruktive Dialoge” und “Brennpunkt”-Workshops neue Ideen für den RZ-Betrieb zu generieren und als Multiplikator für modernes RZ-Wissen zu dienen.
Relevanz für IT-Infrastruktur im FM: – Hält FM-Abteilungen, die Rechenzentrumsflächen managen, stets auf dem Laufenden über aktuelle technische Standards und Normänderungen im RZ-Bereich und schafft eine Plattform, um sich über zuverlässige Infrastruktur und Energieeffizienz im Rechenzentrum auszutauschen.
Unterstützung für FM-Abteilungen:
Veranstaltet regelmäßige Fachforen (“konstruktive Dialoge”) und Workshops, in denen FM-Verantwortliche und RZ-Experten praxisnah Herausforderungen und Lösungen (z.B. Notstrom, Kühlung, Zertifizierungen) diskutieren können.
Informiert über aktuelle Normen und Standards für Rechenzentren (z.B. neue DIN-/ISO-Normen zur Ausfallsicherheit) und gibt Handlungsempfehlungen, damit FM-Manager ihre IT-Infrastruktur stets normkonform und zukunftssicher gestalten.
Bietet ein Expertennetzwerk: Durch den VIRZ können FM-Leiter Kontakte zu Spezialisten und Dienstleistern knüpfen (z.B. Planungsbüros, RZ-Ausrüster, Wartungsfirmen), was die Zusammenarbeit bei Ausbau oder Modernisierung der hauseigenen Rechenzentrums-Infrastruktur erleichtert.
Offizieller Weblink: virz.de – Verband Innovatives Rechenzentrum
eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.
Zweck des Verbands: eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. ist Europas führender Internetverband und fördert seit 1995 die Entwicklung neuer digitaler Technologien, Infrastrukturen und Märkte. Der Verband setzt sich für die digitale Transformation und Wettbewerbsfähigkeit ein und gestaltet aktiv die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Digitalisierung mit. Schwerpunkte der eco-Verbandsarbeit sind die Zuverlässigkeit, Sicherheit und Leistungsfähigkeit digitaler Infrastrukturen und Services, wobei Wert auf technikneutrale, freie Netze und ethisch orientierte Digitalisierung gelegt wird. Mit über 1.100 Mitgliedsunternehmen aus der IT- und Internetbranche (vom Mittelstand bis zu globalen Konzernen) bildet eco ein breit aufgestelltes Kompetenznetzwerk. Der Verband steht für ein “Netz mit Verantwortung” – u.a. engagiert er sich für Selbstregulierung, Jugendschutz im Internet sowie Standards im E-Mail- und Domain-Management. Insgesamt tritt eco als zentraler Ansprechpartner für alle Belange der Internet-Infrastruktur in Deutschland auf und bündelt Branchenwissen zu Breitbandausbau, Rechenzentren, Cloud, IoT, IT-Security und mehr.
Relevanz für IT-Infrastruktur im FM: – Setzt sich für den Ausbau und die Stärkung sicherer, leistungsfähiger digitaler Infrastrukturen ein – von Breitbandnetzen bis Rechenzentren – was FM-Abteilungen zugutekommt, da Gebäude so flächendeckend mit stabiler Konnektivität, Cloud-Services und modernen Rechenressourcen versorgt werden können.
Unterstützung für FM-Abteilungen:
Veranstaltungen und Networking: eco bietet fast 100 meist kostenlose Fachveranstaltungen pro Jahr (vor Ort, online, hybrid) an – etwa zu Rechenzentrumsbetrieb, IoT in Gebäuden oder Cyber-Security. FM-Verantwortliche können dort Wissen tanken, Best Practices kennenlernen und Kontakte zu Experten aus der Digitalwirtschaft knüpfen.
Wissensaustausch und Fachinformation: In themenspezifischen Kompetenzgruppen (z.B. Datacenter Infrastructure, IoT, Netze) können FM-Professionals sich mit IT-Fachleuten austauschen. Aktuelles Branchen-Know-how – etwa zu neuen Standards oder regulatorischen Vorgaben – stellt eco seinen Mitgliedern zeitnah zur Verfügung.
Interessenvertretung: Der Verband vertritt auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene die Interessen der Digitalwirtschaft. Dadurch fließen FM-relevante Themen – z.B. Bedarf an Glasfaseranschlüssen für Gebäude, Rechtssicherheit bei IoT-Daten oder Förderung energieeffizienter IT – in politische Entscheidungen ein. FM-Abteilungen profitieren langfristig von besseren Rahmenbedingungen (etwa Förderprogrammen oder Entbürokratisierung beim Netzaufbau).
Offizieller Weblink: eco.de – eco Verband der Internetwirtschaft
Bitkom e.V.
Zweck des Verbands: Bitkom e.V. ist Deutschlands Digitalverband und der Branchenverband der deutschen ITK-Branche. Seit der Gründung 1999 in Berlin ist Bitkom auf über 2.200 Mitgliedsunternehmen der digitalen Wirtschaft angewachsen – vom Start-up über Mittelständler bis zu großen Konzernen. Der Verband versteht sich als Gestalter der digitalen Transformation und hat zum Ziel, Deutschland zu einem führenden Digitalstandort zu machen. Bitkom treibt Innovationen in vielfältigen Technologiefeldern voran, darunter intelligente Netze, Cloud Computing, Industrie 4.0, Smart Home und Künstliche Intelligenz. Er fördert den Dialog zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft, adressiert Querschnittsthemen wie Datenschutz oder IT-Sicherheit und entwickelt Strategien, um die digitale Souveränität des Landes zu stärken. Als umfassendes Kompetenznetzwerk veröffentlicht Bitkom Studien, Positionspapiere und Leitfäden und organisiert Fachkongresse sowie Arbeitskreise, um den Wissens- und Erfahrungsaustausch innerhalb der Branche zu ermöglichen.
Relevanz für IT-Infrastruktur im FM: – Engagiert sich in spezifischen Gremien (z.B. Arbeitskreis Rechenzentren) für betriebsichere, effiziente IT-Infrastrukturen in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. So entwickelt Bitkom etwa Anforderungen an stromsparende, ausfallsichere Datacenter sowie offene Standards für deren Betrieb – Erkenntnisse, die FM-Abteilungen beim Management eigener IT-Standorte und Gebäudeleittechnik direkt nutzen können.
Unterstützung für FM-Abteilungen:
Arbeitskreise & Leitfäden: Bitkom bringt Experten unterschiedlicher Unternehmen zusammen, um Praxiswissen zu bündeln. Im Arbeitskreis „Rechenzentren“ erarbeitet der Verband beispielsweise Positionspapiere, Whitepapers und Leitfäden (etwa zur Klimatisierung, Ausfallsicherheit oder zur Anwendung der Rechenzentrumsnorm EN 50600). FM-Teams erhalten dadurch konkrete Hilfestellungen und standardisierte Vorgehensweisen für die IT-Infrastruktur im eigenen Gebäude.
Best Practices & Austausch: Über Bitkom können Facility Manager an branchenweiten Best-Practice-Projekten teilhaben – sei es im Kontext Smart Building, IoT in Gebäuden oder IT-Security. Durch Fallstudien, Publikationen und Konferenzen (z.B. zu kritischen Infrastrukturen) vermittelt der Verband, wie andere Organisationen digitale Technologien im Gebäudemanagement erfolgreich einsetzen.
Lobbyarbeit & Sichtbarkeit: Bitkom positioniert Themen der digitalen Infrastruktur gezielt in Politik und Öffentlichkeit. So hat der Verband u.a. erreicht, dass die Bedeutung von Rechenzentren als Rückgrat der Digitalisierung erkannt und in einer nationalen Rechenzentrumsstrategie verankert wird. Für FM-Abteilungen bedeutet dies mehr öffentliche Aufmerksamkeit und potenzielle Förderung für Projekte wie Rechenzentrums-Neubauten, Abwärmenutzung oder smarte Energienetz-Anbindung ihrer Liegenschaften.
Offizieller Weblink: bitkom.org – Digitalverband Bitkom
Bundesverband IT-Sicherheit e.V. (TeleTrusT)
Zweck des Verbands: Der Bundesverband IT-Sicherheit e.V. (TeleTrusT) ist ein deutsches Kompetenznetzwerk für IT-Sicherheit mit in- und ausländischen Mitgliedern aus Industrie, Beratung, Verwaltung und Wissenschaft. TeleTrusT, gegründet 1989, bildet mit über 400 Mitgliedern den größten IT-Sicherheitsverbund in Deutschland und Europa. Der Verband bietet interdisziplinäre Foren für IT-Sicherheitsexperten, organisiert Fachtagungen sowie Konferenzen und ermöglicht den Austausch zwischen Anbietern, Anwendern, Forschern und Behörden. TeleTrusT bezieht Position zu technischen, rechtlichen und politischen Fragen der Cyber-Security und fördert die Professionalität in der Informationssicherheit. Ein Kernziel ist die Steigerung des Vertrauens in Informations- und Kommunikationstechnik – u.a. durch Aufklärung über Best Practices, Entwicklung von Standards und die Vergabe von Vertrauenszeichen wie “IT Security made in Germany” für geprüfte IT-Sicherheitslösungen. Durch internationale Kooperationen (z.B. mit dem ETSI) trägt der Verband auch zur Standardisierung bei.
Relevanz für IT-Infrastruktur im FM: – Hilft FM-Abteilungen dabei, kritische digitale Infrastrukturen in Gebäuden abzusichern, indem TeleTrusT branchenübergreifend Sicherheitsstandards etabliert und Bewusstsein für Cyber-Risiken schärft. So fließen Aspekte wie Schutz von Gebäudeleitsystemen, Zugangskontroll-IT oder vernetzten Anlagen in die allgemeinen IT-Sicherheitsrichtlinien ein, die der Verband mitgestaltet.
Unterstützung für FM-Abteilungen:
Expertennetzwerke & Arbeitsgruppen: TeleTrusT bietet verschiedene Arbeitskreise (z.B. Security by Design, Industrielle Sicherheit), in denen auch FM-Vertreter mit IT-Sicherheitsexperten konkrete Fragestellungen diskutieren können. Der interdisziplinäre Austausch befähigt FM, Sicherheitslücken in Gebäudetechnik frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen nach dem Stand der Technik umzusetzen.
Zertifizierungen und Gütesiegel: Der Verband entwickelt Zertifizierungsprogramme für Fachkräfte (TeleTrusT Information Security Professional – T.I.S.P.) und vergibt an vertrauenswürdige Produkte das Gütesiegel „IT Security made in Germany“. FM-Abteilungen können sich an solchen Siegeln orientieren, um z.B. bei Beschaffung von Zutritts- oder Videotechnik auf IT-sichere Lösungen zu setzen. Außerdem können FM-Mitarbeiter durch Zertifikatslehrgänge (z.B. IT-Sicherheitsbeauftragter) ihr Know-how erweitern.
Informationsangebote & Beratung: TeleTrusT publiziert regelmäßig Leitfäden, Positionspapiere und Studien zu aktuellen Cyber-Themen (z.B. Cloud-Security, Verschlüsselung, Kritische Infrastrukturen). Auf Jahreskonferenzen und durch Presse-Statements klärt der Verband über neue Bedrohungen und gesetzliche Vorgaben (wie KRITIS-Regeln) auf. FM-Leiter erhalten so praxisnahe Empfehlungen, um die IT-Infrastruktur ihrer Liegenschaften resilient und compliant zu gestalten.
Offizieller Weblink: teletrust.de – Bundesverband IT-Sicherheit (TeleTrusT)
buildingSMART Deutschland e.V.
Zweck des Verbands: buildingSMART Deutschland e.V. ist das Kompetenznetzwerk für die Digitalisierung der Bau- und Immobilienwirtschaft. Seit 30 Jahren engagiert sich der Verband für offene, herstellerneutrale Standards und Prozesse (Open-BIM), um den digitalen Informationsaustausch über den gesamten Gebäudelebenszyklus hinweg zu verbessern. buildingSMART erarbeitet und pflegt offene Datenstandards (wie IFC für Bauwerksdatenmodelle) und entwickelt Weiterbildungsprogramme, um die digitale Kompetenz in Architektur, Bau und Betrieb zu stärken. Mit rund 800 Mitgliedern – Unternehmen, Behörden, Hochschulen und Einzelpersonen – aus allen Bereichen der Immobilienbranche fördert der Verband zudem den Wissenstransfer zwischen Praxis und Forschung. Als Teil der internationalen buildingSMART-Community wirkt buildingSMART Deutschland an der globalen Standardisierung (z.B. ISO BIM-Standards) mit und ist regional in 14 Regionalgruppen aktiv. Über Publikationen, Foren und Veranstaltungen treibt der Verband Themen wie Digital Twin, digitale Bauausführung, BIM im Betrieb und nachhaltiges Bauen voran.
Relevanz für IT-Infrastruktur im FM: – Treibt die Standardisierung digitaler Gebäudedaten voran (insbesondere BIM-Standards), sodass FM-Abteilungen konsistente und interoperable Informationen von der Planung bis in den Betrieb nutzen können. Durch buildingSMARTs Arbeit an offenen Schnittstellen (z.B. BIM2FM-Datenübergaben) können CAFM-Systeme, Gebäudeautomationsanlagen und andere IT-Systeme im Facility Management nahtlos miteinander kommunizieren.
Unterstützung für FM-Abteilungen:
Offene BIM-Standards & Guidelines: buildingSMART definiert produktneutrale Standards (IFC, CityGML etc.) und Anwenderleitfäden, die FM helfen, digitale Gebäude- und Anlagendaten strukturiert zu erfassen und zu übergeben. Beispielsweise stellt der Verband Richtlinien bereit, wie Informationen aus einem BIM-Modell in ein CAFM-System übertragen werden (Schlüssel für den Digitalen Zwilling im FM).
Weiterbildung & Zertifizierung: Über die buildingSMART Academy und Partner bietet der Verband Schulungen und Zertifizierungen (z.B. Professional Certification – Foundation) an. FM-Teams können so Grundlagen und Best Practices zu BIM im Betrieb, Datenmanagement oder offenen Schnittstellen erlernen, um ihre IT-Infrastruktur effizient zu nutzen.
Netzwerk & Praxisforen: FM-Verantwortliche profitieren von buildingSMART-Veranstaltungen wie dem buildingSMART-Forum oder Regionalgruppen-Treffen, wo Praxisbeispiele und Innovationen vorgestellt werden. Zudem arbeitet buildingSMART mit anderen Organisationen (z.B. GEFMA, VDI) zusammen – aktuelle Kooperationen liefern etwa Leitfäden für ganzheitliche digitale Gebäudemodelle im Betrieb. Dadurch erhalten FM-Abteilungen Zugang zu einem breiten Expertennetzwerk und zu Lösungswegen für die digitale Transformation im Gebäudemanagement.
Offizieller Weblink: buildingsmart.de – buildingSMART Deutschland
CAFM RING e.V. – Verband für die Digitalisierung im Immobilienbetrieb
Zweck des Verbands: Der CAFM RING e.V. ist ein Zusammenschluss von Softwarehäusern, Beratern und Anwenderunternehmen mit dem Ziel, die Digitalisierung im Facility Management voranzutreiben. Als “Verband für die Digitalisierung im Immobilienbetrieb” entwickelt der CAFM RING branchenweit anerkannte Standards und Schnittstellen, um den Datenaustausch zwischen technischen Anlagen, Gebäudeautomation, BIM-Modellen und CAFM-Systemen zu vereinheitlichen. Ein zentrales Ergebnis ist CAFM-Connect, eine offene BIM-Schnittstelle, bei der Immobilienobjekte nach einheitlichen Profilen (u.a. gemäß DIN 276) beschrieben werden. Diese Standardisierung ermöglicht es, Informationen aus Planung, Bau und Betrieb verlustfrei zu übertragen – ein wichtiger Grundstein für durchgängige digitale Prozesse im FM. Darüber hinaus steht der Verband für eine einheitliche Branchenauffassung in Sachen Datenstrukturen und Qualität: So erarbeitet der CAFM RING gemeinsam mit anderen Verbänden (z.B. GEFMA) Richtlinienreihen, die konkrete Informationsanforderungen im FM definieren. Mit seinen Arbeitskreisen (etwa zu BIM-Implementierung), Kooperationen (z.B. mit Hochschulen) und Veranstaltungen schafft der CAFM RING eine Plattform, auf der FM-Verantwortliche, IT-Experten und Hersteller an einem Strang ziehen, um das digitale Immobilienmanagement effizienter und interoperabler zu gestalten.
Relevanz für IT-Infrastruktur im FM: – Schließt die Lücke zwischen Gebäudetechnik und Informationstechnik im Facility Management, indem der Verband praxisnahe IT-Standards für den Immobilienbetrieb definiert. FM-Abteilungen können durch die vom CAFM RING entwickelten Schnittstellen und Datenmodelle sicherstellen, dass alle Systeme – von der HLK-Anlage bis zur FM-Software – dieselbe Sprache sprechen, was Voraussetzung für Smart Buildings und automatisierte FM-Prozesse ist.
Unterstützung für FM-Abteilungen:
Standardisierte Schnittstellen: Mit CAFM-Connect stellt der Verband FM-Abteilungen ein Werkzeug zur Verfügung, um heterogene Systeme (BMS, IoT-Sensorik, ERP, CAFM) über eine offene Datenstruktur zu integrieren. Dies erleichtert z.B. die Übergabe von Anlagendaten aus der Bauphase in den Betrieb oder den Import von Zählerständen aus der Gebäudeleittechnik ins Wartungsmanagement.
Arbeitskreise & Wissenstransfer: Im CAFM RING arbeiten Praktiker und Spezialisten gemeinsam an aktuellen Digitalisierungsthemen. So gibt es Arbeitskreise etwa zu BIM im FM, Dateninhalten oder IT-Standards, in denen FM-Leiter ihre Anforderungen einbringen können. Regelmäßige Meetings, Mitgliedertreffen und Kongresse (wie der gemeinsam mit GEFMA ausgerichtete BIM4FM-Kongress) ermöglichen es, Erfahrungen auszutauschen und neue Lösungen kennenzulernen.
Leitfäden und Richtlinien: Durch Kooperation mit GEFMA und anderen entstehen branchenspezifische Richtlinienreihen – z.B. GEFMA 480 zur Standardisierung von FM-Datenstrukturen. Der CAFM RING stellt damit FM-Abteilungen konkrete Handlungsempfehlungen zur Verfügung, etwa wie Geräte, Gebäude und Prozesse digital abzubilden sind. Diese Guidelines helfen bei der Beschaffung (Stichwort: Ausschreibung standardkonformer Systeme) und im Betrieb (Datenaustausch mit Dienstleistern, Berichtswesen etc.).
Offizieller Weblink: cafmring.de – CAFM RING e.V.
BACnet Interest Group Europe e.V. (BIG-EU)
Zweck des Verbands: Die BACnet Interest Group Europe (BIG-EU) ist ein Anwender- und Industrieverband, der den erfolgreichen Einsatz des BACnet-Kommunikationsprotokolls in der Gebäudeautomation fördert. BACnet ist der weltweit anerkannte Datenkommunikationsstandard (ISO 16484-5) für die Gebäudeleittechnik – BIG-EU setzt sich dafür ein, dessen Anwendung in Europa zu verbreiten und herstellerübergreifende Interoperabilität sicherzustellen. Gegründet 1998, zählt der Verband heute über 130 Mitgliedsorganisationen, darunter Gebäudeeigentümer, Ingenieurbüros, Gebäudebetreiber sowie Hersteller und Integratoren von Gebäudeautomations-Lösungen. Die BIG-EU ergänzt die Arbeit des US-Normierungsgremiums (ASHRAE) um europäische Anforderungen und verhindert z.B. die Entstehung eines “europäischen BACnet-Dialekts” durch enge Koordination aller regionalen BACnet-Aktivitäten. Zu den Aufgaben des Verbands gehören Interoperabilitätstests (jährliche Plugfeste, bei denen Hersteller gemeinsam die Geräte-Kompatibilität prüfen), Zertifizierungsprogramme (Vergabe des BTL-Zertifikats für BACnet-konforme Produkte) und umfangreiche Schulungsangebote (BACnet Akademie) sowie Öffentlichkeitsarbeit über das BACnet Europe Journal. Letztlich verfolgt BIG-EU das Ziel, offene Datenkommunikation in Gebäuden zu etablieren, damit die Integration verschiedener Gewerke reibungslos gelingt.
Relevanz für IT-Infrastruktur im FM: – BIG-EU adressiert ein Kernstück der Gebäude-IT: die Gebäudeautomation. Für FM-Abteilungen, die komplexe Anlagen (HLK, Beleuchtung, Zutritt, Aufzüge etc.) betreiben, ist BACnet als Standard enorm wichtig. Die BIG-EU sorgt dafür, dass FM auf interoperable Systeme setzen kann – egal welcher Hersteller –, wodurch Insellösungen vermieden werden und eine zentrale Leittechnik möglich wird.
Unterstützung für FM-Abteilungen:
Interoperabilitäts-Prüfungen: Durch die von BIG-EU organisierten Plugfeste und Testverfahren ist sichergestellt, dass BACnet-Geräte verschiedener Hersteller wirklich zusammenarbeiten. FM-Verantwortliche können somit beim Einkauf auf das BTL-Zertifikat achten, um verlässliche, kompatible Komponenten für die Gebäudeautomation zu erhalten – was die Integrations- und Wartungskosten senkt.
Guidelines & Best Practices: Die BIG-EU veröffentlicht Praxislösungen und Referenzprojekte im halbjährlichen BACnet Europe Journal sowie online. Experten teilen ihr Wissen zudem auf BACnet-Foren und Messen (z.B. gemeinsame Stände auf der Light+Building). FM-Abteilungen erhalten dadurch Einblicke, wie BACnet z.B. in Krankenhäusern, Büroparks oder Industrieanlagen implementiert wurde, und können diese Best Practices übernehmen.
Weiterbildung & Beratung: Über die BACnet Academy Europe sowie das BACnet Institute stellt die BIG-EU vielfältiges Lernmaterial bereit. FM-Mitarbeiter können online Kurse zu BACnet-Grundlagen, Projektierung und Fehlersuche belegen oder an Präsenzseminaren teilnehmen. Zusätzlich bietet der Verband eine Plattform “Ask the Experts” an, wo FM-Leute Fragen zur Anwendung des Standards stellen können. Dieses Wissen befähigt Facility Manager, Angebote von MSR-Firmen besser zu bewerten und eigene Gebäudeleitsysteme effizienter zu betreiben.
Offizieller Weblink: big-eu.org – BACnet Interest Group Europe
KNX Deutschland e.V.
Zweck des Verbands: KNX Deutschland e.V. ist die nationale Vertretung der KNX-Technologie in Deutschland und versteht sich als Dialogplattform für alle am Bauprozess und Gebäudebetrieb beteiligten Gruppen. Der Verein fördert die marktorientierte Weiterentwicklung und Verbreitung des KNX-Standards – einem weltweit führenden Standard für Haus- und Gebäudesystemtechnik – auf dem deutschen Markt. Dazu bindet KNX Deutschland alle relevanten Stakeholder ein, von Herstellern und Systemintegratoren über Handwerk und Planer bis zu Investoren und Betreibern. Ein zentrales Anliegen ist die Aufklärung der Öffentlichkeit und der Nutzer über die Vorteile einer KNX-basierten Automation: Ein effizienterer Gebäudebetrieb, Energieeinsparungen, mehr Komfort und ein Beitrag zum Klimaschutz durch intelligente Steuerungen. Zudem hebt der Verband hervor, wie KNX-Lösungen helfen, große Herausforderungen wie Klimaneutralität, Sektorenkopplung und demografischen Wandel (altersgerechtes Wohnen) zu meistern. KNX Deutschland feierte 2024 sein zweijähriges Bestehen und konnte bereits ein Netzwerk von 23.000 KNX-Partnern (Integratoren), 48 wissenschaftlichen Partnern, 92 zertifizierten Schulungsstätten und über 150 KNX-Herstellern in Deutschland vorweisen. Dieses breite Netzwerk nutzt der Verband, um gemeinsam Lösungen für aktuelle Themen zu entwickeln und KNX als Rückgrat smarter Gebäude zu etablieren.
Relevanz für IT-Infrastruktur im FM: – Als Standardisierungsverband für Gebäudeautomation ermöglicht KNX Deutschland herstellerübergreifende Kompatibilität bei der Steuerung von Gewerken (Beleuchtung, HLK, Verschattung etc.). Für FM-Abteilungen bedeutet dies, dass sie mit KNX ein zukunftssicheres Fundament für die digitale Infrastruktur ihrer Gebäude haben: Systeme verschiedenster Hersteller lassen sich einheitlich bedienen und vernetzen, was Betrieb und Wartung vereinfacht.
Unterstützung für FM-Abteilungen:
Technische Richtlinien & Tools: KNX Deutschland stellt Planern und Betreibern umfangreiche Planungs- und Installationsrichtlinien zur Verfügung, etwa zu Verkabelung, Topologie und Cyber-Security in KNX-Netzwerken. Mit der ETS-Software (Engineering Tool Software) existiert zudem ein herstellerneutrales Tool, das FM-Abteilungen bei der Parametrierung und Dokumentation ihrer Gebäudeautomation unterstützt.
Weiterbildung und Partnernetzwerk: Über 90 anerkannte KNX-Schulungsstätten und das Netzwerk von 23.000 zertifizierten KNX-Partnern bieten Weiterbildungsmöglichkeiten für FM-Personal. Lehrgänge vermitteln beispielsweise, wie man KNX-Anlagen in Betrieb nimmt oder Fehlersuche betreibt. Bei Bedarf können FM-Abteilungen qualifizierte KNX-Partner (Integratoren) aus dem Netzwerk hinzuziehen, um Projekte professionell umzusetzen.
Austausch & Veranstaltungen: Der Verband organisiert Branchenevents wie den jährlichen KNX-Summit oder Gemeinschaftsstände auf Messen (z.B. Light + Building). Dort werden neueste Entwicklungen – etwa Energiemanagement mit KNX oder IoT-Integration – präsentiert und diskutiert. FM-Experten können sich auf diesen Plattformen mit Herstellern und Kollegen austauschen, konkrete Lösungen für ihre Gebäude finden und von Förderinitiativen (z.B. in Smart-City-Projekten) erfahren.
Offizieller Weblink: knx.de – KNX Deutschland
BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V.
Zweck des Verbands: Der BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V. ist mit rund 1.200 Mitgliedsfirmen der maßgebliche Verband der Sicherheitsbranche in Deutschland. Er dient als Kommunikations- und Informationsplattform für alle, die sich mit Sicherheitsfragen beschäftigen – von Errichterfirmen und Herstellern über Planer bis zu Anwendern in Unternehmen und Behörden. In diesem Sinne fördert der BHE den Erfahrungsaustausch unter seinen Mitgliedern und stellt umfangreiche Informationen über Sicherheitsanlagen bereit. Fachgremien im BHE decken sämtliche Sparten der Sicherheitstechnik ab: z.B. Einbruchmeldetechnik, Brandmeldeanlagen, Zutrittskontrolle, Videoüberwachung, Sprachalarmierung und auch IT/Netzwerktechnik im Sicherheitsumfeld. Der Verband erarbeitet technische Richtlinien und zertifiziert Planer sowie Errichter (das BHE-Zertifikat steht für geprüfte Qualität bei Sicherheitsfirmen). Zudem vertritt der BHE die Interessen der Sicherheitswirtschaft gegenüber Politik, Versicherungen und Normungsausschüssen, um hohe Qualitätsstandards und praxisgerechte Normen (etwa DIN VDE 0833 für Gefahrenmeldeanlagen) zu gewährleisten. Insgesamt steht der BHE für Sicherheit mit System – durch Weiterbildung, Normungsarbeit und Markttransparenz trägt er dazu bei, dass Sicherheitsanlagen zuverlässig funktionieren und vertrauenswürdige Fachbetriebe am Markt erkennbar sind.
Relevanz für IT-Infrastruktur im FM: – Viele Aspekte der Sicherheitstechnik fallen in den Aufgabenbereich von FM-Abteilungen (Schutz von Gebäuden und Personen). Der BHE schlägt hier die Brücke zur IT-Infrastruktur: Moderne Alarm- und Zutrittssysteme sind IP-basiert und müssen ins Netzwerk integriert sowie vor Cyberangriffen geschützt werden. Durch den BHE erhalten FM-Verantwortliche Zugang zu gebäudespezifischem IT-Sicherheits-Know-how und branchenerprobten Lösungen, um ihre Objekte gegen Einbruch, Feuer und Sabotage optimal zu sichern.
Unterstützung für FM-Abteilungen:
Praxisleitfäden & Normenberatung: Der BHE erarbeitet Fachempfehlungen und Merkblätter für Planung, Einbau und Betrieb von Sicherheitssystemen (z.B. Aufbau einer Videosicherheitsanlage, Wartung von Brandmeldeanlagen). FM-Abteilungen können diese Leitfäden nutzen, um die Sicherheitstechnik in ihren Gebäuden nach dem Stand der Technik aufzubauen und Wartungsfristen, Prüfprozedere etc. korrekt umzusetzen. Bei neuen Normen (DIN, VDE, VdS-Richtlinien) gibt der BHE Interpretationshilfen für die Praxis.
Zertifizierungen & Anbieterauswahl: Über das BHE-Zertifizierungsprogramm werden Fachfirmen und Errichter geprüft und ausgezeichnet. FM-Manager können in der BHE-Mitgliederdatenbank qualifizierte Sicherheitsdienstleister finden, die z.B. für komplexe Zutrittskontrollsysteme oder Gefahrenmeldeanlagen spezialisiert sind. Zudem organisiert der Verband Qualitätskontrollen und Weiterbildungen, damit diese Firmen auf dem neuesten Stand bleiben – ein Vorteil für FM, da Projekte mit zertifizierten Partnern erfahrungsgemäß reibungsloser laufen.
Weiterbildung & Seminare: Die BHE-Akademie bietet zahlreiche Seminare, Webinare und Zertifikatslehrgänge an, die auch für FM-Verantwortliche relevant sind. Themen reichen von Grundlagen der Netzwerktechnik in der Sicherheitsbranche über Fachplaner-Lehrgänge (z.B. für Brandschutzkonzepte) bis zum BHE-Cyber-Security-Beauftragten, der in zwei Tagen das Rüstzeug erhält, um IT-Sicherheitsaspekte in Sicherheitstechnik-Projekten zu managen. So können sich FM-Mitarbeiter gezielt etwa in IP-Videoanlagen, Zutrittssoftware oder Notfallplänen schulen lassen. Durch Verbandsmessen und Foren (etwa auf der Security Essen Messe) bleibt FM zudem über Markttrends – von Drohnen in der Objektsicherung bis hin zu Smart-Lock-Lösungen – informiert.
Offizieller Weblink: bhe.de – Bundesverband Sicherheitstechnik
